Wirtschaftsraum

Das Rheinland: Hidden Champion unter den Metropolräumen Deutschlands.

Mit 8,6 Millionen Einwohnern ist das Rheinland die bevölkerungsreichste Region in Deutschland. Bei der Einwohnerdichte, die ein wichtiges Indiz für das regionale Arbeitskräftepotenzial und die vorhandene Kaufkraft darstellt, wird das Rheinland - vergleicht man es mit anderen Metropolregionen in Deutschland - lediglich vom Ruhrgebiet übertroffen. Im Gegensatz zum Ruhrgebiet aber kann das Rheinland bis 2025 mit einem leichten Bevölkerungswachstum rechnen. Auch beim Bruttoinlandsprodukt nimmt das Rheinland im Vergleich mit deutschen Metropolregionen eine Spitzenposition ein.
 

 


Geschichte

Typisch Rheinland: Vom Neandertal zum Rheinischen Kapitalismus

Die über 300.000 Jahre alte Geschichte des Rheinlands (von den ersten Siedlern in der Steinzeit an gerechnet) hat nicht nur viele Kunst- und Kulturschätze hervorgebracht, das Rheinland war auch immer eine lebendige Region mit vielfältigen Handelsplätzen und Verbindungen nach ganz Europa. Schon die Römer nutzten den Rhein als natürliche Grenze und siedelten an seinen Ufern. Die Kaiserstadt Aachen und das Wirtschaftszentrum Köln prägten das frühe Mittelalter. Überregionale Handelsbeziehungen bildeten sich.

Truppendurchzüge und militärische Auseinandersetzungen fanden zunächst in der französischen Zeit ein Ende. Als nachfolgende preußische Rheinprovinz prägte das modernere und früh industrialisierte Rheinland die Staats- und Wirtschaftsreformen der Zeit und behielt viele Errungenschaften aus der französischen Zeit bei – unter anderem auch die Handelskammern. Die ersten Universitäten des Rheinlandes wurden gegründet und 1839 die erste rheinische Eisenbahnlinie eröffnet. Seit dieser Zeit begann die Industrialisierung – von Westen aus kommend, über Düsseldorf und den Niederrhein bis hinein ins Ruhrgebiet.

Mit der Industrialisierung begann die Verstädterung – einhergehend mit sozialen Konflikten. Nach den beiden Weltkriegen und den verheerenden Folgen des Nationalsozialismus wurde das Land Nordrhein-Westfalen gegründet, das in der Wiederaufbauzeit zum wirtschaftlichen Zentrum der jungen Bundesrepublik wurde. 1949 verwendete die CDU in ihren Düsseldorfer Leitsätzen erstmalig den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“. Wesentliche Elemente wurden 1959 im Godesberger Programm der SPD ausformuliert. Seitdem hat sich diese Bezeichnung für die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik durchgesetzt.

Mit dem Begriff des "Rheinischen Kapitalismus", den Michael Albert 1991 mit seinem Buch "Kapitalismus contra Kapitalismus" aufbrachte, wird die sozialstaatliche Variante der deutschen Wirtschaftsordnung dem angelsächsischen Modell der rein kapitalistischen Marktordnung gegenübergestellt. Diese positive Tradition des Begriff s wird in politischen Debatten teilweise als rheinischer „Klüngel“-Kapitalismus abgewertet.

Mehr Infos: Die Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln und die Wirtschaftsbibliothek der IHK Köln bieten Quellen und Literatur zur Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte des Rheinlands:
Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln,
Tel.: 0221 1640-800, Fax: 0221 1640-829, E-Mail: rwwa@koeln.ihk.de,
Wirtschaftsbibliothek,
Tel.: 0221 1640-821, Fax: 0221 1640-809, E-Mail: wirtschaftsbibliothek@koeln.ihk.de.

Weitere Informationen unter www.ihk-koeln.de

Fakten

Das Rheinland: Wichtige Kennzahlen

8,6 Mio Einwohner


331,5 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt


2,5 Millionen interkommunale Pendler pro Tag

33,8 Millionen Passagiere an den Flughäfen Düsseldorf, Köln, Weeze

60,8 Millionen Tonnen Güterumschläge Häfen

683 km Hochgeschwindig-keitsstrecke Schiene

1.130 km Autobahnen

 

Rheinlandbotschafter

"Wir sind Rheinland"
So lautet die Titelgeschichte, die gleichzeitig in den Zeitschriften Juli/August 2010 der IHKs Düsseldorf und Köln erschienen ist.

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